Was du nach dem Tätowieren wissen musst

Wenn ich dir dein Tattoo gestochen habe, ist schon viel geschafft. Aber es gibt trotzdem noch eine Menge was du wissen solltest und was es zu beachten gibt. Wenn du noch Fragen hast, dann lass uns sprechen.


Was du nach dem Tätowieren wissen musst

Ein Tattoo ist frisch gestochen nicht einfach ein Bild, sondern eine kleine Wunde. Wie gut dein Tattoo später aussieht, hängt ganz entscheidend davon ab, wie du es in den Tagen und Wochen nach dem Stechen pflegst. Viele machen genau hier Fehler – und das ist schade, denn schlechte Nachsorge kann sogar das schönste Tattoo ruinieren.
In diesem Beitrag erkläre ich dir Schritt für Schritt, was du nach dem Tätowieren wissen und beachten musst, damit dein Tattoo optimal abheilt und seine Farben lange brilliant bleiben.


Die ersten Stunden nach dem Stechen

Direkt nach dem Tätowieren wird dein Tattoo von mir sorgfältig gereinigt und mit einer Folie oder einem speziellen Wundverband abgedeckt. Diese Schicht schützt dein Tattoo vor Bakterien und Reibung.

Wie lange du die Folie tragen solltest, hängt davon ab, welches Produkt ich verwende:

  • Normale Frischhaltefolie: nach ca. 3–4 Stunden entfernen.
  • Spezielle Schutzfolie (z. B. Suprasorb oder Dermalize): kann 24–48 Stunden draufbleiben.

Wichtig: Nimm die Folie mit sauberen Händen ab und wasche das Tattoo sanft mit lauwarmem Wasser und einer pH-neutralen, parfümfreien Seife. Tupfe es anschließend vorsichtig trocken – bitte nicht reiben!

Danach trägst du eine dünne Schicht Tattoo-Pflegecreme auf. Weniger ist hier mehr: Eine zu dicke Cremeschicht lässt die Haut nicht atmen und kann die Poren verstopfen.


Die ersten Tage: Hygiene ist alles

Dein Tattoo ist jetzt wie eine offene Wunde – also geh bitte besonders sorgsam damit um.

Was du unbedingt vermeiden solltest:

  • Keine schmutzigen Hände auf das Tattoo legen.
  • Kein Kratzen oder Reiben, auch wenn’s juckt.
  • Kein heißes Duschen, keine Vollbäder, keine Sauna.
  • Keine enge Kleidung, die auf der Stelle scheuert.

Was du tun solltest:

  • 2–3 Mal täglich mit lauwarmem Wasser waschen.
  • Danach immer vorsichtig trocken tupfen.
  • Eine dünne Schicht Pflegecreme auftragen.

Am besten verwendest du dafür eine Tattoo-Spezialpflege ohne Parfüm, Alkohol oder Farbstoffe. Viele schwören auf Panthenol-Creme oder spezielle Produkte aus dem Tattoobedarf – ich berate dich gern, was für deine Haut am besten passt.


Jucken, Spannen, Krusten – ganz normal!

Nach ein bis zwei Tagen beginnt die Haut, sich zu regenerieren. Das merkst du daran, dass das Tattoo leicht juckt oder spannt – das ist völlig normal.
Bitte: nicht kratzen, nicht pulen, keine Krusten abreißen!

Diese Krusten sind Teil des Heilungsprozesses. Wenn du sie abreißt, kann Farbe mit abgehen – und dann entstehen kleine helle Stellen im Tattoo. Lass alles in Ruhe abheilen, auch wenn’s schwerfällt.

Nach etwa einer Woche löst sich die obere Hautschicht, und das Tattoo wirkt kurzzeitig „blasser“ oder milchig. Keine Sorge – nach zwei bis drei Wochen ist die Haut komplett erneuert, und dein Tattoo sieht klar und satt aus.


Duschen ja, Baden nein

Du darfst natürlich duschen, aber bitte kurz und nicht zu heiß.
Heißes Wasser öffnet die Poren, und das kann Farbe austreten lassen.
Vermeide außerdem Duschgel oder Shampoo auf dem Tattoo – sie enthalten oft Zusätze, die die Haut reizen.

Baden, Schwimmen, Sauna oder Solarium sind in den ersten 3 Wochen tabu.
Das gilt auch für Meerwasser oder Chlorbecken.
Zu viel Feuchtigkeit weicht die Haut auf und kann die Heilung verzögern oder sogar zu Entzündungen führen.


Kleidung: locker statt eng

Trag in den ersten Tagen lockere, atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle.
Nichts sollte scheuern oder drücken – besonders bei Tattoos an Armen, Beinen oder der Hüfte.
Wenn du Sport machst: Warte, bis die Haut komplett verheilt ist. Schweiß, Reibung und Druck auf das frische Tattoo können Irritationen verursachen.


Sonne ist der Feind frisch gestochener Tattoos

UV-Strahlung ist der größte Feind deines neuen Tattoos.
Sonne kann die Farbe ausbleichen und die Haut zusätzlich reizen.

Daher gilt:

  • Keine Sonne in den ersten 4 Wochen.
  • Danach immer Sonnenschutz mit mindestens LSF 50 verwenden.

Wenn du viel draußen bist, bedecke dein Tattoo am besten mit Kleidung.
Ein frisches Tattoo reagiert auf Sonne wie eine frische Wunde – und das kann richtig weh tun.


Ernährung und Immunsystem

Vielleicht überrascht dich das, aber auch deine Ernährung spielt eine Rolle.
Je besser dein Körper mit Nährstoffen versorgt ist, desto schneller heilt deine Haut.

Das bedeutet:

  • Trink viel Wasser.
  • Iss ausgewogen, besonders frisches Obst, Gemüse und Proteine.
  • Verzichte während der Heilungsphase auf Alkohol, zu viel Zucker oder stark gewürztes Essen – all das kann Entzündungen fördern.

Wenn du Medikamente einnimmst oder gesundheitliche Probleme hast (z. B. Diabetes oder Hauterkrankungen), sag mir das bitte immer im Vorfeld. Dann kann ich das Tattoo-Pflegekonzept individuell anpassen.


Wenn doch mal etwas nicht stimmt

Trotz guter Pflege kann es vorkommen, dass die Haut stärker reagiert – etwa mit Rötung, Schwellung oder leichtem Nässen.
Das ist in den ersten Tagen normal. Wenn es aber:

  • nach drei Tagen schlimmer statt besser wird,
  • die Haut heiß, stark geschwollen oder eitrig ist,
  • du Schmerzen oder Fieber bekommst,

dann geh bitte zu einem Arzt. Eine Entzündung ist selten, sollte aber immer ernst genommen werden.

Ich sag’s immer so: Lieber einmal zu viel gefragt als einmal zu spät reagiert.


Die Langzeitpflege: dein Tattoo bleibt nur so schön, wie du es behandelst

Wenn dein Tattoo vollständig verheilt ist, beginnt die Langzeitpflege.
Das heißt:

  • Regelmäßiges Eincremen hält die Haut geschmeidig.
  • Sonne meiden oder immer gut schützen.
  • Keine aggressiven Peelings oder Selbstbräuner auf dem Tattoo.

Und wenn du nach ein paar Jahren merkst, dass die Linien blasser werden:
Ein kleines Nachstechen ist völlig normal und lässt das Tattoo wieder leuchten wie am ersten Tag.


Wann ist ein Tattoo wirklich verheilt?

Viele denken: „Nach zwei Wochen ist alles gut.“
Nicht ganz – die äußere Haut ist dann zwar geschlossen, aber die tieferen Hautschichten brauchen bis zu sechs Wochen, um sich komplett zu regenerieren.

Wenn du also planst, ein zweites Tattoo an einer benachbarten Stelle zu machen, warte am besten mindestens sechs bis acht Wochen. So gibst du deiner Haut die Zeit, sich vollständig zu erholen.


Fazit: Dein Tattoo verdient Aufmerksamkeit

Ein Tattoo ist ein Kunstwerk, das unter deiner Haut lebt – und es bleibt nur so schön, wie du es behandelst.
Gute Pflege ist kein Hexenwerk, sondern einfach eine Routine: Sauberkeit, Geduld und die richtige Creme.

Ich sag’s gern meinen Kundinnen und Kunden:

„Ein Tattoo ist kein Sticker – es ist dein Körper. Wenn du ihn gut behandelst, dankt er es dir mit einem perfekten Ergebnis.“

Also: Sei sanft zu deiner Haut, lass dir Zeit, und freu dich auf das fertige Kunstwerk.
Wenn du Fragen hast oder dir unsicher bist – melde dich. Ich helfe dir gern weiter.